Stadtsilhouetten

Vorträge der Veranstaltung "Stadtsilhouetten" zur Finissage am 08.12.2013:

Stefan Escosura (Stadtplaner)

Michael Ruff (Künstler), Vortrag zur Geschichte des Raumes Itzehoe

Carsten Brecht (privater Archivar)

Manuel Zint (Künstler), Vortrag zu Merians Stadtsilhouetten und Vortrag zu Moscheen in Stadtsilhouetten

Ausgezeichnete Jugendkunst

Preisübergabe der Jugendkunstausstellung als abschließender Höhepunkt des Kunstfestivals Itzehoe (von links):
Manuel Zint, Bildender Künstler, Initiator der Jugendkunstausstellung
Leon Anders, 16, KKS, Jurypreis
Freya Weitkamp, 11, AVS, Buchpreis
Lisa Marie Timm, 17, AVS, Publikumspreis
Theresa Fritz, Inhaberin KreativPLUS

Wer im tiefen Teller sitzt, kann kaum über dessen Rand hinwegsehen und wird Schwierigkeiten haben „Horizonte auszuleuchten“. Schon die Begrüßung des Hamburger Künstlerbund-Gastes Hajo Schiff durch Karl-Friedrich Hacker geriet zu einem köstlichen Parforce-Ritt aus Anspielungen und Spitzen. So sei Schiff „aus der Hauptstadt der Flußbaggerer trockenen Fußes in die zugeschütteten Froschsümpfe“ nach Itzehoe gekommen; das Quaken sei hier verstummt, vom „Büroschlaf“ abgelöst. Kein Hablik sei da, der „Kuppeln aus Gold- und Silberglanz“ aufspanne.
Der prominente Redner, Autor und Kunstkritiker Hajo Schiff nahm diese satirischen Überzeichnungen gerne auf und würdigte eingangs die Zuschüttung der Störschleife ironisch als „Kreativleistung mit bundesweiter Beachtung“. Schiff: „Umso bemerkenswerter ist die Initiative, die etwas so Grundlegendes betreibt, wie die Stör-Schleife wieder rückzubauen,“

Die „Probleme und Chancen von Kunst nicht nur in kleineren Städten“ standen im Zentrum von Schiffs „Ausleuchtung der Horizonte“ vor einem Dutzend Gäste im Wenzel-Hablik-Museum. War das Publikum klein an Zahl, war dessen Kompetenz umso größer. Die zehn Künstler im Saal animierten Hajo Schiff zu verbaler Höchstleistung, der eine inhaltlich dichte Diskussion folgte. Dazu trug bei, dass der Referent sich glänzend auf Itzehoe vorbereitet hatte. Von der Störschleife über „Planet Alsen“, den Abgang des Ewers „Hermann“ oder die Künstlerinitiative „Secession“, vom „Ufo M1“ in Hohenlockstedt bis zum „Runden Tisch Kultur“ – Hajo Schiff kannte sich aus und hatte zu allem wohlfeile Formulierungen parat.

Er kritisierte die schleichende Vereinnahmung der Bildenden Kunst durch die Kreativwirtschaft am Beispiel Hamburgs: „Sonnenklar, dass ein Maler sich eher veralbert fühlt.“ Künstlerische Kreativität sei nicht mit  städtischer Tourismuswerbung zu verwechseln. Seine Erkenntnis: „Der Aufwand, eine neue Idee so zuzurichten, dass ein Behördenapparat sie versteht, ist manchmal schon genauso groß, wie der, die Sache einfach zu machen.“

So hatte er nur Lob für das Kulturfestival Itzehoe, bekannte, dass er im Prinzesspark „die Arbeit mit den Affen so liebe“ und endete mit einem Wunsch aus der Welt der Flussbagger: „Es ist zu hoffen, dass diese Ansätze nicht versanden.“

Vortrag zur Veranstaltung (pdf) von Hajo Schiff

Text und Fotos: Robert Hirse

Kunst und Stadt: Jugendkunstausstellung

Itzehoes Zukunft der Kunst rollt an. Am 1. Dezember um 11:30 Uhr startet die Jugendkunst-Ausstellung in einem mobilen Siebenkommafünftonnenmuseum. Im Rahmen des Ersten Kunstfestivals Itzehoe präsentieren 17 Schülerinnen und Schüler 35 kreative Werke in einem rollenden „White Cube“, einem LKW, der zum Auftakt gegenüber dem Wenzel-Hablik-Museum parkt und in der kommenden Woche die Itzehoer Schulen ansteuern wird.

Aufgeräumt und selbstbewusst stellten sie sich die jungen Künstler im Jugendtreff Holzkamp zuvor einer Jury. „Das ist hier nicht wie bei Heidi Klum,“ beruhigte zunächst Manuel Zint vom Künstlerbund Steinburg die nur wenig aufgeregten Nachwuchskünstler. Zint hatte Anfang September mit Patricia Reupsch als Vertreterin der Stadt (Kinder- und Jugendbüro) in den Schulen zur Teilnahme aufgerufen und das Projekt vorgestellt. Nach mehreren Vorbereitungstreffen im Jugendtreff begrüßte Zint zunächst die beiden Kunsthistorikerinnen Nina Berberich (Wenzel-Hablik-Museum) und Katharina Lidl (Stadtgalerie Brunsbüttel). Gemeinsam beurteilten sie alle 70 eingereichten Werke und nahmen sich Zeit für konstruktive Beurteilungen.

Klara Stürmer (19 Jahre, KKS) diskutiert mit der Jury der Jugendkunstausstellung: Nina Berberich (Wenzel-Hablik-Museum), Katharina Lidl (Stadtgalerie Brunsbüttel) und Manuel Zint (Bildender Künstler, Künstlerbund Steinburg) – von links nach rechts.  Ben Nobiling (18 Jahre, SSG) im Jury-Dialog mit Manuel Zint. Ganz links: Nina Berberich (Wenzel-Hablik-Museum), rechts: Katharina Lidl (Stadtgalerie Brunsbüttel)  Selbstbewusste Künstlerin: „Das bespreche ich mit meinem Team.“ Eva Gramm (15 Jahre, Wolfgang Borchert Regionalschule)

Die Jury zeigte sich überrascht von der Qualität und Vielfalt der eingereichten Arbeiten: „Erstaunlich ist, wie wenig Arbeiten dabei sind, die den Charakter einer Schülerarbeit haben“, befand Katharina Lidl. „Eine völlig eigene Position“ entdeckte Nina Berberich in der Installation der 15-jährigen Waldorfschülerin Beatrix Zessler und zeigte sich begeistert: „Die kommt von nirgendwo her.“ Selbstbewusst stellte sich der Nachwuchs der Kritik. Als Manuel Zint den 18-jährigen Gymnasiasten Ben Nobiling einerseits für „durch die Farbigkeit“ entstehende Tiefe in einem Bild lobte, ein anderes Werk aber formal kritisierte, konterte dieser souverän: Das sei Absicht und Nobiling erklärte auch das Warum. Ähnlich klar äußerte sich Eva Gramm, 15: „Das werde ich mit meinem Team besprechen“, nahm sie Korrekturvorschläge der Jury gelassen auf.

Abschließend wählte die Jury ihren Favoriten aus den eingereichten Kunstwerken, den sie am Ende der Ausstellung mit einem Preis auszeichnen wird. Verraten wird aber noch nichts, denn auch das Publikum darf wählen. Beide Preise werden zum Abschluss des Kunstfestivals während der Finissage am 8. Dezember überreicht.

Die Eröffnung der Jugendkunstausstellung wird von Moritz Kruit und Yannic Rösch der Itzehoer Band „Pommes Fridge“ musikalisch begleitet.
Tourplan der Jugendkunstausstellung (jeweils von 9:00 bis 11:30 Uhr):
Montag, 02.12. Gemeinschaftsschule Lehmwohld und SSG
Dienstag, 03.12. AVS
Mittwoch, 04.12. Freie Waldorfschule Itzehoe
Donnerstag, 05.12. Wolfgang Borchert Regionalschule
Freitag, 06.12. KKS

Text und Fotos: Robert Hirse

Umdeutung öffentlicher Kunstwerke

Umdeutung öffentlicher Kunstwerke -Kunstspatiergänge mit Karl Friedrich Hacker(Text und Foto: Robert Hirse)
Text und Foto: Robert Hirse

Kunstspaziergang mit Karl-Friedrich Hacker

Die spezielle Aura der ehemaligen „Stör-Badestelle“ soll einst dazu beigetragen haben, dass in Itzehoe das sogenannte „Habliken“ zu einer beliebten Freizeit-Entspannung geriet. Der utopische Expressionist frönte hier gern der Muse. Daran erinnert nicht nur die „Vergessene Hablik-Stele“, sondern auch Friedrich-Karl Hacker auf seinen ebenfalls von einer speziellen Aura umwehten Kunstspaziergängen zu Denkmalen und Kunst im Öffentlichen Raum.
Treffpunkt: Wenzel-Hablik-Museum am Mittwoch, 20. Nov. 15.oo Uhr, am Donnerstag, 28. Nov. 15.00 Uhr, am Freitag 6. Dez. 15.00 Uhr.

Die Welt ist Karstadt

Wenn Zeitgenössische Kunst auf tagesaktuelle Realität trifft...
...dann dient sie gerne auch einmal der Zeitung als originelle Illustrations-Variante erschreckender wirtschaftspolitischer Zustände. Die Rundschau liefert damit einen interessanten Beitrag zum Kunstfestival-Motto, Kunst und Stadt in neuen Zusammenhängen zu sehen.
http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/hertie-haus-unter-dem-hammer-id4365036.html